ADHS

ADHS - was steckt dahinter?

Die bekannte Abkürzung ADHS steht für die Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitäts-Störung. Bei Patienten ohne Hyperaktivität wird von einer Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS) gesprochen. Fachleute bezeichnen die Störung häufig auch als Hyperkinetisches Syndrom (HKS).

ADHS ist heute eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter. Doch das Krankheitsbild ist nicht neu. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb der Schriftsteller Dr. Heinrich Hoffmann in seinem weltbekannten Kinderbuch „Struwwelpeter“ ADHS-ähnliche Symptome bei der Figur des Zappelphilipp, weshalb umgangssprachlich auch vom Zappelphilipp-Syndrom gesprochen wird.

ADHS bezeichnet eine psychische Störung, deren Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sind. Diese können von Kind zu Kind ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein, so dass jeder Betroffene eine individuell abgestimmte Therapie benötigt. Wird die Erkrankung ADHS nicht erkannt und behandelt, kann sie langfristig schlimme Folgen für die Betroffenen und ihre Familien haben.

Einschätzungen darüber, wie häufig die ADHS vorkommt, fallen unter anderem aufgrund der vielschichtigen Symptomatik unterschiedlich aus. Nach Angaben der umfangreichen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) leiden 4,8 Prozent der Heranwachsenden in Deutschland an ADHS. Dabei stellen Ärzte die Diagnose bei Jungen häufiger als bei Mädchen. Die Tatsache, dass bei 60 Prozent der Betroffenen die Krankheit auch im Erwachsenenalter bestehen bleibt, findet oftmals noch zu wenig Beachtung.

Grundsätzlich existieren drei Typen von ADHS, bei denen jeweils unterschiedliche Symptome stärker ausgeprägt sind:

  • Vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ
  • Vorwiegend unaufmerksamer Typ
  • Mischtyp/Kombinierter Typ

 


 

Schlack R, Hölling H, Kurth B-M et al.: Die Prävalenz der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2007; 50: 827–835 Wender PH et al.: Adults with ADHD. Ann NY Acad Sci 2001; 932:1-16