ADHS

Vielfältige Symptome

Ebenso wie die Ursachen sind die Symptome der ADHS vielfältig und individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die Kernsymptome der Krankheit sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Aber nicht jedes Kind, das gelegentlich unruhig ist oder einmal nicht zuhört, leidet an der Störung.

Um die Diagnose ADHS zu stellen, müssen die unten aufgeführten Symptome …

  • deutlich ausgeprägt sein,
  • mindestens über einen Zeitraum von sechs Monaten bestehen,
  • im Vorschulalter beginnen,
  • in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß vorkommen.

 

Spezifische Kriterien der Erkrankung sind im internationalen Klassifikationssystem der WHO (ICD-10) sowie im diagnostischen und statistischen Manual Psychiatrischer Störungen der American Psychiatric Association (DSM-IV) festgehalten. Die Systeme unterscheiden sich leicht, stimmen jedoch grundsätzlich miteinander überein.

Welche spezifischen Symptome auftreten, ist auch vom Alter der Betroffenen abhängig (siehe Krankheitsverlauf).

Die Kernsymptome äußern sich im Allgemeinen folgendermaßen (nach ICD-10):

Unaufmerksamkeit:

Das Kind …

  • ist häufig unaufmerksam und macht Sorgfaltsfehler bei den Schularbeiten und bei sonstigen Arbeiten und Aktivitäten.
  • ist oft nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit längere Zeit aufrechtzuerhalten,
  • scheint häufig nicht zuzuhören.
  • kann häufig Erklärungen nicht folgen und seine Aufgaben nicht erfüllen.
  • ist häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren.
  • vermeidet oft ungeliebte Arbeiten, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern (z. B. Hausaufgaben).
  • verliert häufig Gegenstände, die es für bestimmte Aufgaben benötigt, etwa für Hausaufgaben, z. B. Bleistifte, Bücher, Spielsachen und Werkzeuge.
  • wird durch äußere Reize sehr leicht abgelenkt.
  • ist bei Tätigkeiten im Alltag häufig vergesslich.

Hyperaktivität:

Das Kind …

  • zappelt häufig mit Händen und Füßen oder windet sich auf dem Stuhl.
  • bleibt oft während des Unterrichts nicht sitzen oder auch in anderen Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird.
  • läuft oder klettert häufig in Situationen herum, in denen dies unpassend ist.
  • tut sich schwer damit, sich ruhig zu beschäftigen.
  • zeigt ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivitäten, die durch Dritte nicht durchgreifend beeinflussbar sind.

Impulsivität:

Das Kind …

  • platzt häufig mit einer Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist.
  • kann nicht geduldig warten.
  • unterbricht oder stört andere häufig.
  • redet übermäßig viel, ohne auf soziale Beschränkungen zu reagieren.

 

Zu diesen Symptomen können weitere Begleiterscheinungen, wie Störungen des Sozialverhaltens, Angststörungen, Depressionen, Tic-Störungen oder Teilleistungsstörungen hinzukommen.