Chronische Verstopfung

Ursachen einer chronischen Verstopfung

Chronische Verstopfung kann als Begleiter einer Reihe von Erkrankungen vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes, neurogene DarmlähmungMorbus Parkinson, Tumorleiden, Opiat- und Opioid-Therapie, ein früher stattgefundener Schlaganfall oder eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Unmittelbare körperliche Ursachen einer chronischen Verstopfung sind aber eher die Ausnahme, und der Arzt kann sie meist schon anhand Ihrer Vorgeschichte und der genauen Schilderung Ihrer Beschwerden ausschließen. Häufig lässt sich eine chronische Verstopfung nicht durch eine Grunderkrankung erklären, sie erscheint oft grundlos. Die üblichen Verdächtigen – zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Bewegung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme – können eine Rolle spielen, sind aber meistens nur einer von mehreren ursächlichen Faktoren. Umfangreiche diagnostische Maßnahmen zum Ausschluss solcher Ursachen werden normalerweise erst dann eingeleitet, wenn Änderungen der Lebensgewohnheiten keinen Erfolg gebracht haben. Untersuchungen konnten zeigen, dass bei einigen Menschen die aufgenommene Nahrung langsamer durch den Darm transportiert wird als bei anderen.

Die längere Verweildauer im Darm hat zur Folge, dass der Stuhl stark eindickt und die Darmentleerung schwieriger wird. Auch eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen mit der Nahrung führt dann manchmal nicht mehr zu einer ausreichenden Beschleunigung der Magen-Darm-Passage. Eine häufige Ursache von chronischen Verstopfungen ist die Einnahme von Medikamenten. Falls Sie also ein Medikament regelmäßig und über längere Zeit einnehmen müssen, zeigt ein Blick auf den Beipackzettel möglicherweise den Grund Ihrer Beschwerden. Bei Einnahme von Medikamenten, die sehr häufig zu Verstopfungen führen, kann die zusätzliche Anwendung von Abführmitteln sinnvoll sein. Das gilt etwa für starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate, bei deren Verordnung viele Ärzte in der Regel direkt von Anfang an zusätzlich ein Abführmittel verordnen.

Arzneimittel, die zur Verstopfung führen können:

  • Manche Blutdrucksenker (sog. Kalziumantagonisten, z. B. Amlodipin)
  • Arzneimittel gegen Depression (sog. trizyklische Antidepressiva z. B. Amitriptylin, Imipramin)
  • Eisenpräparate
  • Arzneimittel gegen Krampfanfälle (z. B. Gabapentin, Carbamazepin)
  • Parkinsonpräparate
  • Schmerzmittel (Opiate)