Demenz

Rechtliche Fragen & Service

Formulare & Co.

Die Diagnose Alzheimer Demenz bedeutet leider auch, dass man sich frühzeitig, d. h. bevor sich die Erkrankung bemerkbar macht, mit rechtlichen Dingen auseinandersetzen muss. Die Erkrankung führt in ihrem Verlauf dazu, dass der Erkrankte viele Dinge nicht mehr alleine regeln und entscheiden kann, das müssen dann die Angehörigen in seinem Sinne tun. So schwer es auch fällt über diese Themen zu sprechen, es ist dennoch wichtig. Auch das Ausfüllen der folgenden Formulare kann später vieles erleichtern.

  • Vorsorgevollmacht
  • Betreuungsverfügung
  • Patientenverfügung

Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung kann eine Person schriftlich festlegen, welche medizinischen Maßnahmen sie erhalten möchte, wenn sie in dem Moment nicht mehr entscheidungs- oder einwilligungsfähig ist. Sie ist in jedem Falle schriftlich zu erklären - mündliche Absprachen sind ungültig.

In der Patientenverfügung wird der eigene Wille des Patienten niedergeschrieben und nicht wie bei der Vorsorgevollmacht ein Dritter beauftragt anstelle des einwilligungsunfähigen Patienten zu entscheiden.

Bei Alzheimer Patienten ist es wichtig, schon im frühstmöglichen Stadium - sollte es nicht bereits geschehen sein, daran zu denken. Gerade bei dieser Erkrankung ist es schwierig einzuschätzen, ob der Patient ärztliche Maßnahmen wirklich versteht und auch entscheiden kann. So schwer es für die Angehörigen ist, dieses Thema anzusprechen, desto leichter ist es vielleicht später zu wissen, dass man im Sinne des Betroffenen handelt.

In der Patientenverfügung wird zum Beispiel folgendes festgelegt:

  • Künstliche Ernährung ja/nein
  • Beatmung ja/nein
  • Dialyse ja/nein
  • Schmerzstillende Maßnahmen ja/nein

Die Patientenverfügung kann selbstverständlich jederzeit widerrufen und geändert werden. Es wird sogar empfohlen, sie ca. alle zwei Jahre anzupassen, da so neue Behandlungsmethoden eingeschlossen werden können.

Unter folgenden Link finden Sie weitere Informationen zu einer Patientenverfügung vom Bundesjustizministerium. Link zur Patientenverfügung

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person beauftragt im Namen des Betroffenen stellvertretend zu handeln. Diese Vollmacht tritt in Kraft, wenn der Betroffene die Dinge nicht mehr alleine regeln kann. Sie kann jederzeit inhaltlich verändert und entzogen werden.

Für einen Alzheimer Patienten ist es wichtig, rechtzeitig einer Person seines Vertrauens diese Vorsorgevollmacht zu erteilen. Familienangehörige dürfen nämlich nicht automatisch für den Betroffenen im Alter entscheiden. Ohne diese Vollmacht wird das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer einsetzen - der auch ein Fremder sein kann.

In dieser Vollmacht kann z. B. folgendes geregelt werden:

  • Erledigung von Bankgeschäften
  • Vertragsangelegenheiten, z. B. Hausverkauf, Wohnungsmietvertrag kündigen
  • Einzug in ein Pflegeheim
  • Einwilligung / Ablehnung von ärztlichen Maßnahmen (wenn keine Patientenverfügung vorliegt)

Jede Vollmacht kann individuell gestaltet werden und persönliche Wünsche berücksichtigen.
Eine notarielle Beglaubigung ist nicht vorgeschrieben, aber juristisch notwendig, wenn z. B. ein Kredit aufgenommen werden muss oder eine Immobilie verkauft werden soll.
Unter folgendem Link finden Sie ein Musterformular einer Vorsorgevollmacht.

Weiter Informationen erhalten Sie beim Bundesjustizministerium.

Führerschein

Die Frage nach der Fahrtauglichkeit bei der Diagnose „Alzheimer Demenz“ stellt sich leider unweigerlich. Angehörige machen sich Sorgen, ob der Betroffene noch alles „geregelt“ bekommt und somit sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann. Der Betroffene selber hat vielleicht noch gar nicht realisiert, was mit ihm geschieht und bringt seine Vergesslichkeit nicht mit einer eingeschränkten Reaktionsfähigkeit und einer verminderten Fähigkeit, komplexe Dinge schnell zu erfassen, in Verbindung. Falls der Betroffene noch Auto fährt, ist es wichtig, dies beim Arzt anzusprechen. Dieser kann mit dem Erkrankten schon im frühen Stadium über die Fahrtauglichkeit sprechen, um auf eine Führerscheinabgabe hinzuwirken. Im moderaten und späten Stadium ist Autofahren nicht mehr mit der Erkrankung zu vereinbaren.


Wichtige Adressen

Möchten Sie noch mehr über das Krankheitsbild der Alzheimer Demenz erfahren?
Hier finden Sie weitere wichtige und hilfreiche Adressen im Internet.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft
http://www.deutsche-alzheimer.de/

Berufsverbände und Fachgesellschaften von Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie
http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/

Alzheimer Selbsthilfe e.V.
http://www.alzheimer-selbsthilfe.de/