Depression

Behandlungsmöglichkeiten einer Depression

Die Behandlung einer Depression führt zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und lindert somit das Leiden.

Wie die Behandlung bei dem einzelnen Patienten aussieht, hängt von der Diagnose ab. Bei einer leichten Ausprägung kann eine Psychotherapie allein genügen, bei mittelschweren bis schweren Depressionen ist der Einsatz von Antidepressiva meist unumgänglich. Oft wird sich der behandelnde Arzt auch für eine Kombination aus beiden entscheiden.

Medikamentöse Behandlung

Haben Sie keine Angst vor einer medikamentösen Behandlung!

Nachdem der Arzt eine genaue Diagnose gestellt hat, wählt er das passende Antidepressivum aus.
Antidepressiva besitzen sehr unterschiedliche Wirkprofile, so dass heute für fast jede Ausprägung ein geeignetes Medikament zur Verfügung steht.
Antidepressiva können:

  • die Stimmung aufhellen und/oder den Antrieb verbessern bzw. antriebsneutral sein
  • beruhigen, entspannen, den Schlaf anstoßen
  • angstlösend sein

 

Antidepressiva greifen in den Gehirnstoffwechsel ein und bringen den gestörten Neurotransmitterhaushalt (Serotonin/ Noradrenalin) wieder ins Gleichgewicht.
Man unterscheidet die verschiedenen Antidepressiva aufgrund ihres Wirkmechanismus:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)
  • Duale selektive Serotonin-Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)
  • Noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva (NaSSA)
  • Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer)
  • tri- und tetrazyklische Antidepressiva
  • Glutamat-Modulatoren

 

Die gewünschte Wirkung stellt sich in der Regel nach zwei bis drei Wochen ein. Im Anschluss ist es wichtig, die Medikation nicht gleich wieder abzusetzen- nur weil sich die Symptome gemildert haben oder gar verschwunden sind, heißt es nicht, dass man wieder gesund ist.

Um einen Rückfall zu vermeiden, ist eine regelmäßige und länger andauernde medikamentöse Therapie notwendig. Wichtig ist zu wissen, dass diese Medikamente nicht abhängig machen oder die Persönlichkeit verändern!

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass das gewählte Antidepressivum nicht zu der gewünschten Wirkung führt. Jeder Patient reagiert einfach anders. Deshalb kann es sein, dass der behandelnde Arzt die Medikation ändert. Wichtig ist in dieser Zeit die regelmäßige Überprüfung der Dosis, damit diese an den individuellen Bedarf angepasst werden kann.

Sollten Sie Betroffener sein und das Gefühl haben, dass ihr derzeitiges Medikament nicht anschlägt, dann scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt darauf anzusprechen. Ein Medikamentenwechsel ist völlig normal!

Antidepressiva

Klasse Wirkstoffe
SSRI Citalopram, Sertralin, Paroxetin, Fluoxetin, Fluvoxamin
SSNRI Venlafaxin, Duloxetin, Milnacipran
NaSSA Mirtazapin
SNRI Reboxetin
Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin, Doxepin, Opipramol, Trimipramin, Imipramin, Clomipramin
Tetrazyklische Antidepressiva Maprotilin, Mianserin
MAO-Hemmer Moclobemid, Tranylcypromin
Glutamat-Modulatoren Tianeptin

Psychotherapie

Die Psychotherapie hat einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Es gibt unterschiedliche Verfahren, die gezielt auf die Bedürfnisse der Erkrankung und des Patienten zugeschnitten sind.
Welches für den Betroffenen geeignet ist, wird individuell zwischen Patient und Arzt festgelegt.

Heutzutage kommen häufig z. B. folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: bei dieser Methode geht man davon aus, dass es sich bei den durch die Depression bewirkten Verhaltensweisen um ein „erlerntes Fehlverhalten“ handelt, das durch das Einüben anderer Verhaltensweisen überwunden werden kann. Zudem wird versucht die eingefahrenen, sehr häufig negativen Denkmuster durch positive bzw. realistische zu ersetzen.
  • Interpersonelle Psychotherapie:  diese Methode setzt an der aktuellen Lebenssituation des Patienten an, die im Zusammenhang mit der Depression steht. Der Patient soll sich zum einen emotional mit dem Konflikt auseinandersetzen, zum anderen die notwendigen sozialen Fähigkeiten entwickeln mit diesem Konflikt umzugehen. Gleichzeitig wird gezielt an der Reduzierung der depressiven Symptomatik gearbeitet - die therapeutische Arbeit findet im „Hier und Jetzt“ statt.
  • Emotionsfokussierte Psychotherapie: Viele Patienten leiden unter einem Übermaß an unangenehmen Emotionen (z. B. Angst, Niedergeschlagenheit), einem Mangel an angenehmen Emotionen (z. B. Freude) oder darunter, überhaupt keine Emotionen mehr wahrzunehmen. Die emotionsfokussierte Therapie rückt diese Emotionen wieder in den Mittelpunkt.Der Patient soll wieder Zugang zu seinen manchmal auch schmerzhaften Emotionen erhalten, diese im geschützten Rahmen der Therapie bewusst erleben, um sie zu verarbeiten und sie schließlich mit Hilfe von adaptiven Emotionen verändern.

 

Vom Schweregrad der Depression abhängig, kann das psychotherapeutische Gespräch häufig erst nach einer Vorbehandlung mit Antidepressiva stattfinden. Eine Grundvoraussetzung ist, dass der Betroffene zu einer aktiven Psychotherapie bereit ist.


www.depression-therapie-forschung.de

www.ipt.awp-depression.de

www.emotions-fokussierte-therapie.de