Depression

Die Entstehung einer Depression

Die eine Ursache einer Depression gibt es nicht. Sie und andere affektive Erkrankungen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, man nennt das auch „multifaktorielle Pathogenese“. Die Verursachung bzw. Auslösung einer Depression ist ein komplexes Wechselspiel zwischen genetischer Veranlagung, Gehirnstoffwechselstörungen, einschneidenden Lebensereignissen, aber auch körperlichen Erkrankungen und bestimmten Medikamenten. Der Betroffene besitzt eine geringere Toleranz gegenüber diesen Belastungsfaktoren und reagiert deshalb sensibler auf einschneidende persönliche Ereignisse.

Erbfaktoren:

Bis heute kann keinem Gen eine direkte Verantwortung nachgewiesen werden. Dennoch ergaben Auswertungen von Familienstudien, Zwillings- und Adoptivstudien folgende Ergebnisse:

  • eine familiäre Häufung depressiver Erkrankungen bei eineiigen Zwillingen von 50 % (unipolare Depression)
  • Kinder, bei denen ein Elternteil an einer Depression erkrankt ist, entwickeln in 20 % der Fälle dieselbe oder eine andere affektive Störung.
  • Bei Kindern, bei denen  beide Elternteile an einer Depression erkrankt sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit sogar bis zu 50 %.

 

Das heißt aber nicht, dass bei jedem, der eine genetische Veranlagung hat, die Störung auch auftreten muss. Hierfür bedarf es weiterer psychosozialer Faktoren, wie z. B. Mobbing am Arbeitsplatz, Stresssituationen zu Hause oder in der Schule. Der Betroffene ist durch seine Veranlagung  anfälliger  gegenüber diesen Belastungen.

Gehirnstoffwechselstörungen:

Man weiß heute, dass bestimmte Botenstoffe im Gehirn  (Neurotransmitter) die Entstehung einer Depression beeinflussen. Beim depressiven Patienten liegt offenbar ein Mangel an Noradrenalin und Serotonin vor (Noradrenalinmangel-Hypothese/Serotoninmangel-Hypothese). Dies führt zu einer Störung bei der Übertragung von Nervenimpulsen. Positive Gefühlssignale werden vermindert und negative durch die Stoffwechselstörung verstärkt. Bei der Behandlung der Depression nutzt man diese Annahme und versucht durch bestimmte Medikamente das Neurotransmittergleichgewicht wieder herzustellen.

Körperliche Erkrankungen:

Depressive Störungen können durch Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer Demenz, Krebs, Hormonstörungen oder nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt hervorgerufen werden. Gerade hier ist es wichtig, die Depression auch zu behandeln - aber nur ein Patient, der „mitmacht“ kann auch wieder gesund werden.

Bei Frauen kommen Depressionen übrigens doppelt so häufig vor wie bei Männern. Eine entscheidende Rolle spielen hier die hormonellen Veränderungen, wie z. B. Schwankungen im Menstruationszyklus, während der Schwangerschaft und nach der Entbindung, aber auch in der Menopause.