Epilepsie

Auswirkungen im Lebensalltag

Fast alle Epilepsiepatienten erreichen mit Hilfe medikamentöser Therapien Anfallsfreiheit.    

Dennoch kommen auch sie in Situationen, in denen ihre Krankheit wieder einen gewissen Stellenwert einnimmt und sie mit Fragen konfrontiert werden:

Kann ich überhaupt den Führerschein machen?
Werde ich jemals Kinder bekommen können?
Muss ich meinen Beruf nach der Krankheit aussuchen?

Der behandelnde Neurologe ist hier der erste Ansprechpartner, der sicher weiterhelfen kann.

Führerschein

Nach der Diagnose „Epilepsie“ stellt sich bei Autofahrern schnell die Frage „Kann ich eigentlich noch sicher am Straßenverkehr teilnehmen?“.

Grundsätzlich ist zu sagen, wer epileptische Anfälle erleidet, ist nicht in der Lage, den Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen gerecht zu werden, solange ein wesentliches Risiko von Anfallsrezidiven besteht.

Ist der Betroffene einen definierten Zeitraum lang „anfallsfrei“, kann der Arzt beurteilen, ob eine Teilnahme am Straßenverkehr wieder möglich ist. Der Arzt zieht zur Beurteilung die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung heran. Wichtig ist hier dem Arzt die „Anfallsfreiheit“ und damit einen günstigen Krankheitsverlauf zu belegen - im Zweifel kann der Arzt auch Angehörige und Bekannte befragen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.fahrerlaubnisrecht.de/Begutachtungsleitlinien/BGLL%203.9.6.htm

Kinderwunsch

Frauen, die an einer Epilepsie erkrankt sind, stellen sich häufig die Frage, ob es für sie überhaupt möglich ist, mit der Medikation Kinder zu bekommen oder ob sie die Erkrankung an ihre Kinder weitergeben.

Eine Schwangerschaft ist für Epilepsiepatienten nicht unmöglich, sollte jedoch sorgfältig geplant werden. Am besten bespricht man diesen Wunsch mit seinem behandelnden Neurologen.
Dieser wird die antiepileptische Medikation so optimal wie möglich auf eine Schwangerschaft einstellen. Das kann bedeuten, dass er die Medikation umstellt, die Dosis verringert oder gar bei länger bestehender Anfallsfreiheit einen Absetzversuch startet.

Ein Medikationswechsel erfolgt dann, wenn das momentane Medikament ein erhöhtes embryotoxisches Potenzial hat- allerdings sollte eine Anfallsverschlechterung bei einem bislang guten Therapieergebnis nicht in Kauf genommen werden. Werden verschiedene Medikamente eingenommen, kann der Arzt auch eine Monotherapie in Erwägung ziehen um die Behandlung der Mutter für das Ungeborene so schonend wie möglich zu gestalten. Lamotrigin gilt heute als  Mittel der Wahl, wenn es ausreichend wirkt.

Wichtig ist es, während der Schwangerschaft regelmäßig die Blutspiegel kontrollieren zu lassen. Schwangerschaftserbrechen und Stoffwechselveränderungen können zu einem Absinken führen und Anfälle hervorrufen, die zur Schonung des Kindes auch unbedingt vermieden werden sollen.

Die Angst, die Erkrankung an sein Kind weiterzugeben, kann man nicht ganz von der Hand weisen. Sie ist zwar nur in Ausnahmefällen eine Erbkrankheit, aber die erhöhte Bereitschaft zu Krampfanfällen kann übertragen werden. Sind beide Elternteile betroffen, liegt das Risiko bei ca. 15 %.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Epilepsiepatientinnen mit Kinderwunsch folgende Punkte beachten sollten:

  • vor der Schwangerschaft ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Neurologen führen
  • nicht eigenmächtig die Medikation absetzen
  • regelmäßige Blutspiegelkontrollen durchführen lassen

 

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.embryotox.de/epilepsie.html

Berufsfähigkeit

Da die Erkrankung meist schon im Kindes- und Jugendalter auftritt, stellt sich die Frage, ob man mit Epilepsie Einschränkungen in der Berufswahl hat.

Ist der Betroffene gut eingestellt und mehr als 2 Jahre anfallsfrei, kann er fast jeden Beruf ausüben, den er möchte. Eignungsprüfungen gibt es lediglich bei Berufen, in denen die Ausübung aus dem Führen eines Fahrzeuges besteht. Jedoch sollte auch bei Anfallsfreiheit darauf geachtet werden, dass der Beruf einen einigermaßen geregelten Tagesablauf ermöglicht, denn Schlafentzug, extreme Stresssituationen oder Flackerlicht gehören zu den Provokationsfaktoren, die einen Anfall auslösen können.

Für Patienten, die nicht sicher anfallsfrei sind, gibt es nach den Unfallverhütungs-vorschriften einige Berufe, die nicht ausgeübt werden dürfen. Dazu gehören z. B. Berufe, bei denen man ungeschützte Maschinen bedient, schwindelfrei sein muss oder das Führen eines Fahrzeuges erforderlich ist.

Eine nicht ausgeheilte Epilepsie ist bei einem Bewerbungsgespräch übrigens verpflichtend dem zukünftigen Arbeitgeber anzuzeigen.