Schizophrenie

Leitsymptome nach ICD-10 helfen bei der Diagnostik

Die Diagnostik einer Schizophrenie ist aufgrund ihres vielfältigen Erscheinungsbildes, vor allem in der Anfangsphase, häufig schwierig.

Der Facharzt versucht mit dem Patienten die auftretenden Symptome genauestens zu besprechen bzw. zu hinterfragen. Da der Patient sehr häufig noch keine Krankheitseinsicht zeigt und seine psychotischen Anzeichen als „real“ betrachtet, ist die Anwesenheit eines Angehörigen hilfreich.

Leitsymptome nach ICD-10 (international einheitliches System zur Krankheitsbestimmung)

  1. Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, -ausbreitung
  2. Kontroll- oder Beeinflussungswahn; Wahnwahrnehmungen
  3. Kommentierende oder dialogisierende Stimmen
  4. Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer Wahn
  5. Anhaltende Halluzinationen
  6. Gedankenabreißen oder -einschiebungen in den Gedankenfluss
  7. Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien, Negativismus oder Stupor
  8. Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte

Für die Diagnosestellung muss mindestens ein Symptom aus der Gruppe 1-4 oder mindestens zwei Symptome aus der Gruppe 5- 8 vorliegen. Diese Symptome sollten fast ununterbrochen wenigstens einen Monat andauern.

Zusätzlich sind verschiedene körperliche und neurologische Untersuchungen notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen, die zu einer ähnlichen Symptomatik führen.

Dazu gehören u.a.:

  • Blutbild und Differentialblutbild
  • Bestimmung des C-reaktiven Proteins
  • Leber-/ Nierenwerte, TSH
  • Drogen-Screening
  • Bildgebende Verfahren (CT/MRT)

 

Des Weiteren muss der Facharzt die Diagnose von anderen psychischen Erkrankungen, wie z. B. bipolaren Störungen, Zwangserkrankungen und Depressionen abgrenzen, um im Anschluss eine adäquate Therapie einzuleiten.