Migräne

Medikamentöse Behandlung

Migräne schränkt die Lebensqualität eines jeden Betroffenen deutlich ein. Da es sich hier um eine chronische Erkrankung handelt, die nicht vollständig heilbar ist, ist es umso wichtiger, die einzelnen Attacken schnell „in den Griff“ zu bekommen.

Einer gezielten Behandlung der Migräne geht eine eindeutige Diagnose voraus.

Es gibt heute nämlich spezielle Migränemedikamente, die keine allgemeinen Schmerzmittel sind und daher nur während einer echten Migräneattacke eingenommen werden sollen.

Für den Patienten ist es wichtig zu lernen, wann und wie er seine Medikation einnehmen soll.
Eine Behandlung kann nur bei bestimmungsgemäßen Gebrauch der entsprechenden Medikamente effektiv sein.

Man unterscheidet bei der Migränetherapie zwischen der Akuttherapie und der Prophylaxe.

Die Akuttherapie wird im Anfall eingesetzt, um dem Patienten so schnell wie möglich Linderung zu verschaffen. Hat er jedoch sehr häufig Anfälle, macht es Sinn mit dem Facharzt über eine Prophylaxe zu sprechen und somit die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren.

Akut-Therapie

Mit der Akut-Therapie kann man Kopfschmerzen und die Begleitsymptomatik lindern.

Wichtig ist  eine frühzeitige Einnahme!

  • Therapie bei leichten bis mittleren Schmerzen: Zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Schmerzen stehen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol als freiverkäufliche Arzneimittel zur Verfügung. Für viele Migränepatienten sind sie leider nicht ausreichend, so dass Sie mit Ihrem Arzt über eine individuelle Medikation sprechen sollten.
  • Therapie bei starken Schmerzen: Zur Behandlung von starken Schmerzen stehen spezielle Migränemedikament zur Verfügung, z. B. Triptane

Triptane

Triptane eigenen sich sehr gut zur Behandlung einer akuten Migräneattacke. Sie ähneln in ihrer Struktur dem körpereigenen Serotonin, das bei einem Migräneanfall eine Schlüsselrolle spielt. Serotonin reguliert die Weite der Blutgefäße. Bei einem Anfall wird es vermehrt ausgeschüttet, dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße . Infolgedessen entstehen Entzündungen im Hirngewebe/ -häute - die typischen Migräne-Symptome sind da. Um diesen Prozess rückgängig zu machen, müsste das Serotonin "eingreifen", aber bei Migräne-Patienten ist der Serotonin-Haushalt nicht " im Lot", so dass die Wirkung ausbleibt. Da Triptane eine ähnliche Struktur wie Serotonin haben, übernehmen sie dessen Aufgabe und verengen die Blutgefäße wieder auf Normalgröße - der Migräneschmerz wird gezielt behandelt.

Es ist wichtig, dass der Patient das Triptan gleich zu Beginn der Attacke einnimmt. Deshalb ist heute z.B. Naratriptan-neuraxpharm® ohne Rezept in der Apotheke erhältlich, so dass man die Migräne jeder Zeit gezielt behandeln kann.

Begleitmedikation

Da Migräneattacken fast immer mit Übelkeit einhergehen, sollten Patienten - in Absprache mit ihrem Arzt - schon während der Aura eine Behandlung mit Metoclopramid oder Domperidon beginnen.
Diese regen die Magen-Darm-Perestaltik an  und schaffen die Voraussetzung, dass das Triptan schneller und besser vom Körper aufgenommen wird.

Migräne-Prophylaxe

Der Berufsverband der Neurologen und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfehlen eine medikamentöse Migräneprophylaxe, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • die Anfallsbehandlung führt zu keinem befriedigenden Ergebnis
  • bei mehr als drei Migräneattacken im Monat
  • die Akutmedikation wird nur schlecht oder gar nicht vertragen
  • die Zahl der Anfälle nimmt zu
  • an mehr als 10 Tagen im Monat werden Schmerz- oder Migränemittel eingenommen
  • nach einer Migräne kommt es zu neurologischen Beschwerden, die länger als sieben Tage andauern

 

Ist das bei Ihnen der Fall, ist es sinnvoll, sich an einen Facharzt zu wenden und die Möglichkeit einer prophylaktischen Behandlung anzusprechen.

Wichtig ist zu wissen, dass es sich bei der Prophylaxe um eine langfristige Behandlung handelt, die die Migräne nicht komplett heilt, aber ein  gutes Stück Lebensqualität zurückgeben kann.

Folgende Medikamente werden zum Beispiel für die Migräne-Prophylaxe eingesetzt:

  • Betablocker: Metoprolol, Propranolol
  • Antiepileptika: Valproinsäure, Topiramat
  • Antidepressiva: Amitriptylin

Ihr behandelnder Arzt wird gemeinsam mit Ihnen ein  geeignetes Medikament finden.