Opioidabhängigkeit

Akut- und Langzeitbehandlung

Man unterscheidet zwischen Akutbehandlung d. h. dem Absetzen der abhängigkeitserzeugenden Substanz und Langzeitbehandlung.

Die Akutbehandlung kann Opioid-gestützt, Nicht-Opioid-gestützt oder als "kalter Entzug" durchgeführt werden. Bei der langfristigen Behandlung der Opioidabhängigkeit werden grundsätzlich zwei Therapieoptionen unterschieden: die abstinenzorientierte Behandlung und die Substitutionsbehandlung.

 

Entzug - ein langer und schwerer Weg

 

Falls eine Opioideinnahme medizinisch nicht mehr erforderlich ist, sollte eine dauerhafte Opioidabstinenz angestrebt werden. Dieses Ziel ist jedoch bei den meisten Patienten nicht - oder nur langfristig - erreichbar, insbesondere bei schwerer und langer Abhängigkeit sowie vorangegangenem Substanzmissbrauch. Eine abstinenzorientierte Behandlung ist insbesondere für motivierte, psychisch stabile Patienten geeignet; sie erfolgt in der Regel stationär über einen Zeitraum von 8-52 Wochen.

 

Patienten, bei denen nach einer längeren Behandlung mit Opioiden die Dosis reduziert oder die Opioide durch andere Medikamente ersetzt werden können, müssen kontrolliert von den Opioiden entwöhnt werden um Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Mögliche Gründe für einen (ungeplanten) kontrollierten Opioidentzug sind u. a. eine unzureichende Wirksamkeit des Opioids, nicht tolerable Nebenwirkungen oder der Nachweis einer gefährdenden bzw. missbräuchlichen Einnahme.

Zur Betreuung von Opioidabhängigen gehören im Fall von Drogenmissbrauch auch Hilfsangebote wie Nadelaustauschprogramme, Drogenkonsumräume, Notschlafstätten und aufsuchende Sozialarbeit (Streetwork).