Opioidabhängigkeit

Ganzheitliches Konzept kann zum Erfolg führen

Bei der Substitutionstherapie wird das abhängigkeitsverursachende Opioid durch ein ärztlich verordnetes Opioid ersetzt, wobei möglichst eine Zubereitung mit geringerer Vergleichsdosis und verringertem Suchtpotential gewählt wird.

 

Eine Substitutionstherapie kann laut Richtlinien der Bundesärztekammer durchgeführt werden, wenn die Opioidabhängigkeit die Folge eines Opioidmissbrauchs ist. In der Richtlinie werden u. a. folgende Therapieziele genannt:

 

  • Überlebenssicherung
  • verringerter Suchtmittelgebrauch
  • gesundheitliche Stabilisierung (einschließlich Behandlung etwaiger Begleiterkrankungen)
  • verbesserte Lebensqualität
  • Teilhabe an Gesellschaft
  • Arbeit

 

Die Wirksamkeit der Substitutionstherapie konnte in kontrollierten Studien belegt werden. Zu einem umfassenden Behandlungskonzept gehören auch eine begleitende psychiatrische und/oder psychotherapeutische Behandlung und psychosoziale Betreuungsmaßnahmen.

 

Das Konzept der Substitution wurde Mitte der 1960er Jahre in den USA entwickelt. In Deutschland sind etwa 40-50% der Opioidabhängigen in Substitutionsbehandlung. Nur eine Minderheit von etwa 20% der Behandelten erreicht das anzustrebende Ziel einer langfristigen Abstinenz. Daher ist meist eine zeitlich unbefristete Substitutionstherapie erforderlich. Zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen gehören Levomethadon, Methadon und Buprenorphin.