Parkinson

„Älterwerden“ oder Parkinson?

Parkinson hat man nicht von heute auf morgen. Die Symptome aufgrund des entstehenden Dopaminmangels entwickeln sich allmählich und die ersten Anzeichen bringt man in der Regel nicht mit Parkinson in Verbindung. Da es eine Krankheit des höheren Lebensalters ist, schiebt man vieles aufs „Älterwerden“ und es kommt einem gar nicht in den Sinn, dass eine neurologische Erkrankung dahinterstecken könnte. Den Weg zum Neurologen schlagen die wenigsten ein, nur weil man sich kraftlos fühlt und die Schulter mal wieder nach dem Schlafen zwickt. Dabei sind das häufig die ersten Symptome und je schneller man zum Arzt geht, desto eher wird eine Therapie eingeleitet, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

Zu den typischen Frühsymptomen gehören u.a.:

  • Riechstörungen: kommen bei ca. 80 % der Parkinsonpatienten vor,  v.a. bei Oregano und Vanille
  • Einseitige Schulter-Arm-Schmerzen am Morgen
  • Psychische Auffälligkeiten, wie z. B. Depressionen, Schlafstörungen, Antriebsverlust
  • Starke Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit
  • Veränderung des Schriftbildes

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung treten vier Hauptbeschwerden auf,  sie werden auch Kardinalsymptome genannt:

  • Bewegungsarmut (Akinese)
  • Muskelversteifung (Rigor)
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
  • Verminderte Stabilität der Körperhaltung (Posturale Instabilität)
Bewegungsarmut (Akinese):

Die Akinese gehört zu den wichtigsten Kriterien für das Vorliegen eines Parkinson-Syndroms. Sie tritt nicht andauernd auf, sondern häufig unvorhersehbar. Dies ist für den Betroffenen besonders belastend, denn in der einen Minute kann er seine Arme und Beine ganz normal bewegen, in der anderen nur noch nach einer gewissen Verzögerung.

Muskelversteifung (Rigor):

Beim Rigor sind die Muskeln unwillkürlich angespannt. Die Bewegung ist dadurch deutlich eingeschränkt und führt oft auch zu Muskelschmerzen beim Betroffenen. Nach außen sichtbar sind Beugungen im Ellenbogengelenk, Rumpf, Nacken und später auch in den Kniegelenken.
Versuchen Angehörige die betroffenen Körperteile zu bewegen (passive Bewegung) tritt das sogenannte Zahnradphänomen auf. Das bedeutet, dass die Bewegung abgehackt und nur gegen einen erhöhten Widerstand ausführbar ist.

Zittern in Ruhe (Ruhetremor):

Das ist ein Symptom, das die meisten mit Parkinson in Verbindung bringen - das unwillkürliche Zittern der Hände. Es kommt bei fast 75 % aller Patienten mit idiopathischem Parkinson vor. Es ist am Anfang meist nur einseitig, im späten Stadium können dann auch beide Seiten betroffen sein.

Verminderte Stabilität der Körperhaltung (Posturale Instabilität):

Ein Parkinsonpatient hat, vor allem bei unvorhergesehenen Bewegungen, seinen Körper „nicht mehr im Griff“ und zeigt dadurch eine Gangunsicherheit. Die meisten Betroffenen haben eine gebückte Haltung, sie schlurfen beim Gehen und sind kleinschrittig. Im späten Stadium kann es dann zum sogenannten „Freezing“ kommen, d.h. die Betroffenen können sich überhaupt nicht mehr vorwärts bewegen und ihre Füße scheinen am Boden festgeklebt zu sein.