Schmerz

Medikamentöse Schmerztherapie

Schmerzmittel (Analgetika) stehen mit großem Abstand an der Spitze der am häufigsten verordneten Medikamente. Viele Analgetika erschweren nicht nur die Weiterleitung eines Schmerzreizes, sondern beeinflussen auch die Schmerzbewertung im Gehirn (limbisches System). Man unterteilt sie in Nicht-Opioidanalgetika und Opioidanalgetika.

Nicht-Opioide

Nicht-Opioide sind Schmerzmittel, die überwiegend am Ort der Schmerzentstehung (peripher) wirken. Sie werden hauptsächlich bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt. Bei längerem Gebrauch können sie jedoch zu ernsthaften Nebenwirkungen führen und innere Organe z. B. Leber, Niere, Herz dauerhaft schädigen.

Opioide

Opioide sind rezeptpflichtige Schmerzmittel, die bei starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt werden. Sie hemmen die Entstehung von Schmerzsignalen in der Peripherie und deren Weiterleitung über das Rückenmark zum Gehirn. Auch die empfundene Stärke und emotionale Bewertung von im Gehirn ankommenden "Schmerzbotschaften" wird positiv beeinflusst.

Grundlage einer medikamentösen Schmerztherapie ist der Stufenplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

Mittel der 1. Stufe sind Nicht-Opioide. Schmerzmittel der 2. Stufe sind schwache Opioidanalgetika und Mittel der 3. Stufe sind starke Opioide. In der 2. und 3. Stufe können zusätzlich auch Nicht-Opioide verschrieben werden. Für jeden Patienten werden die geeigneten Analgetika und - bei Bedarf - weitere unterstützende Medikamente je nach dem Schmerztyp, -Intensität und erwarteter Dauer ausgewählt. Auch mögliche Neben- und Wechselwirkungen müssen beachtet werden.